Die Haussanierung

Trockenlegung der WändeLehmbauernhaus

Da das Grundstück ein Gefälle zur Strasse hat, legten wir zunächst an der Nordseite des Hauses einen 90 cm tiefen und 70 cm breiten Drainagegraben an, der mit Schotter aufgefüllt wurde. Dabei stellten wir fest, dass das Haus kein Fundament besitzt, sondern der Stampflehm direkt auf den Boden gesetzt wurde. Eine Isolierung am Haus war nicht möglich, da auf sandigem Lehm nichts hält. Als nächsten Schritt wurde das Dach neu eingedeckt. Dazu war das Auswechseln einiger morscher Dachsparren notwendig. Der Anbau zum Stall, ein 6 m langer und 1,5 m breiter Raum, der als Lager diente, fiel dem Schaufelbagger zum Opfer. Nun ist unser Haus nur noch 22 m lang und 6,75 m breit. Die maroden Schornsteine wurden neu aufgebaut und Regenrinnen, die bisher fehlten, angebracht. Damit war zwar das Haus vor Regen geschützt aber nicht vor aufsteigender Nässe.

Aufsteigende Nässe war für uns zunächst unverständlich, da unser Grundstück auf einem Hügel liegt und das Grundwasser sich in 22 m Tiefe befindet. Aber alle von uns befragten Fachleute beharrten darauf, dass die Feuchtigkeit aus dem Erdreich nicht zu unterschätzen sei und wir trotz aller bereits beschriebenen Maßnahmen weiterhin mit feuchten Wänden zu kämpfen haben. Es gab einige Empfehlungen, wie wir diesem Problem begegnen könnten. Bei der horizontalen Isolierung wird die Wand in Erdreichhöhe aufgeschnitten und Bitumplatten oder Metallplatten eingesetzt. Ein anderes Verfahren sind die Bohrungen von Innen, in denen durch Einspritzen von Paraffin oder Silikonharz eine Sperre erfolgt. Diese Verfahren kamen für uns jedoch nicht in frage, da sie zu kostenintensiv und zeitaufwendig sind. Ein Architekt gab uns schließlich den entscheidenden Hinweis: Machen Sie es nach der altbewährten Bauweise: Beton raus und die Fußbodenbalken direkt auf den lehmhaltigen Sand.

So gingen wir auch vor. Aus allen Räumen entfernten wir den Betonfußboden, was Dank unseres Bohrhammers gut voran ging. Wir legten die Fußbodenhöhe fest und schachteten die Räume noch einige Zentimeter aus. Auf den festen Lehmboden wurden die Balken gelegt. Darauf kam eine OSB-Platte und auf dieser die Dielung mit Trittschalldämmung bzw. die Fliesen. Um den Fußboden ausreichend zu belüften, wurden Lüftungsöffnungen unterhalb der Dielen durch die Außenmauern gestemmt. Die warme Witterung sowie die ständige Belüftung der Baustelle sorgte für ein schnelleres Abtrocknen der Wände.
An einigen Stellen hatte sich schwarzer Schimmel an den Wänden gebildet. Um ihn zu beseitigen, war es notwendig, den betroffenen Lehm bzw. Kalkputz vorsichtig zu entfernen. Zur Sicherheit haben wir dann nLehmhausoch diese Stellen mit 70 %igem Ethylalkohol eingestrichen.

Lehm sollte nur in dünnen Schichten von ca. 1,5 cm auftragen werden, um seine Bindungsfestigkeit zu garantieren. Erst nach Abtrocknen der Schicht kann die nächste folgen. Da die zerstörten Lehmwänden teilweise jedoch mehr als 10 cm an Wandstärke verloren hatten, brachten wir auf diese eine Holzkonstruktion und darauf Lehmbauplatten an. Diese brauchten dann nur noch mit feinem Lehm verputzt werden. Eine Grundierung mit Kasein war dadurch nicht erforderlich. Durch diese Maßnahme sparten wir nicht nur Zeit und Mühe, sondern hatten auch gerade Wände. Die Innenwände, die noch gut erhalten waren, wurden nach Abschlagen des alten Kalkanstriches mit groben bzw. feinem Lehm verputzt.

Nachdem wir auch die Pressspanplatten von den Decken entfernt hatten, kam eine wunderschöne Holzbalkendecke zum Vorschein. Das Holz war allerdings mit mehreren Farbanstrichen versehen. Da wir aber eine natürliche Holzdecke haben wollten, blieb uns nichts anderes übrig, als sie in mühevoller Arbeit abzuschleifen. Anschließend brauchten wir sie nur noch mit einem feuchten Tuch vom Staub befreien und mit Leinöl einzustreichen.

Heute ist unser Haus trocken und frei von modrigem Geruch und Schimmel
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Lagerraum Futterstall, Abriß Abriß, Futterstall

Der ehemalige Futterstall. Dann kam der Bagger und von dem Lagerraum blieb nur ein Teil der Rückwand stehen. Jetzt soll dort eine Garage gebaut werden. Das Dach dient dann als Terrasse, welche man vom Schlafzimmer begehen kann.
Von dort gibt es nämlich einen herrlichen Ausblick, um Tiere zu beobachten. Und davon gibt es hier reichlich.

Das sind die Folgen, wenn man an der Regenrinne sparen will. Lehmboden, Gefälle, kaum Dachüberstand - das nagt an jeder Mauer - auch, wenn sie 65 cm dick ist. An der Nordwand wurde auf 22 m eine Drainage gelegt und natürlich auch eine Regenrinne installiert. Der Dachüberstand wurde verlängert

Hausecke
Hausecke

Die Ecke an der Stirnseite des Hauses ist nun frisch gemauert.